kindergarten

Rhythmik in Kindergarten der Evangelischen Schule in Brig

Bild der Klasse

Es hat sich mittlerweile herum gesprochen: Musik und Bewegung macht Kinder klug, weil alle Sinne miteinander kommunizieren. Und weil das Ganze noch sehr viel Spaß macht, fördert es das Selbstbewusstsein. Seit über 100 Jahren gibt es eine pädagogische Disziplin, die beide Elemente - Musik und Bewegung - miteinander vereint. Wir sprechen von der Rhythmisch-musikalischen Erziehung, auch kurz Rhythmik oder Rhythmische Erziehung genannt.

Was sind Inhalte der Rhythmik?

Grundsätzlich für die rhythmische Arbeitsweise ist die Erkenntnis, dass die Wurzel allen Lernens im Körper und in der Bewegung liegt. Rhythmik fördert ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen, die sich über das spezielle Aufgabenangebot miteinander vernetzen und letztendlich über die Bewegung ihren Ausdruck findet. Die Kinder bekommen über das Hören von Musik und dem Umgang mit einfachen Instrumenten wie zum Beispiel Trommeln, Klanghölzchen, Xylofon, Rasseln und interessanten Materialien Anregungen, die sie mit eigenen Ideen und in Zusammenarbeit mit anderen Kindern weiterentwickeln sollen. Daraus entsteht aus der Ursprungsidee oftmals etwas völlig Neues, das kreativ und fantasievoll und voller Begeisterung von den Kindern ausgeführt und gespielt wird. Die Unterrichts-"Kunst" der Rhythmiklehrer ist jedoch von entscheidender Bedeutung. Sie müssen nicht nur musikalisch und bewegungsmäßig kindgerechte Spielangebote entwickeln, sondern während des Unterrichtes ein Gleichgewicht der Spiel- und Lernangebote erreichen, das die Kinder nicht ermüdet und nicht über- oder unterfordert. Der Unterricht sollte abwechslungsreich sein, das bedeutet nicht ständig ein neues Thema, sondern ein Wechsel von verschiedenen Spielangeboten zu einem Thema. Durch Wiederholungen und Varianten verankern sich die Inhalte besser im Gehirn und bilden wiederum die Grundlage für erweiterte Spielausführungen. Denn in der Sicherheit der Wiederholung lernt das Kind am besten.

Was fördert Rhythmik?

Zwei Kinder bei einer Rhythmik-Übung

Für Kinder bis zum Schuleintritt stehen Lieder und Reime im Rhythmikunterricht im Mittelpunkt. Sie werden immer in Kombination in Grob- und Feinmotorik angeboten. Die sensomotorische Umsetzung von Musik in Bewegung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Die stimmige Umsetzung der Schnelligkeit, der Lautstärke von Musik in Bewegung, das Umschalten von einer Bewegungsform in die andere und das Reagieren auf Klänge und Geräusche in rhythmisch-musikalischen Spielformen und fördert Sensibilität und Motorik.

Rhythmik fördert durch Improvisation und Experimentieren das Kreativitätspotenzial jedes Kindes. Mit Bewegungen, Sprache, Materialien und einfachen Instrumenten wird fantasievoll experimentiert und die Kinder erfahren in der Umsetzung ihrer Ideen Selbstbetätigung und Selbstbestätigung, das sich wiederum auf eine positive Persönlichkeitsentwicklung und die Entwicklung der Intelligenz auswirkt.

Die Konzentrationsfähigkeit wird durch die emotionale Beteiligung an den thematischen Spielformen z.B. zu einer Tiergeschichte, sehr gefördert, weil die Kinder sozusagen mit Haut und Haaren in die sensorisch reizvollen und abwechslungsreichen Spielangebote eintauchen.

Die Sprachentwicklung und die Vernetzung der Gehirnhälften werden durch das Singen und Sprechen von Liedern und Reimen in Kombination mit Bewegungen angeregt. Jedoch wird ebenso durch Spielformen mit Spüren, Tasten und Bewegen die Sensorische Integration, die die Grundlage der Sprachentwicklung darstellt, gefördert.

Musikalische und künstlerische Ausdrucksfähigkeit wird auch schon im frühen Alter durch die Umsetzung musikalischer Inhalte in Musik, Tanz, Bewegung und Gesang angelegt.

Die soziale und emotionale Intelligenz und Kompetenz wird im Rhythmikunterricht durch die verschiedenen interaktiven Gruppenkonstellationen gefördert. Beispiele: Spiele zu zweit, als Gesamtgruppe, Dirigierspiele, bei denen einer führt, die anderen folgen.

Sämtliche Sinneswahrnehmungen, wie Sehen, Hören, Bewegungssinn, Tast- und Spürsinn, Gleichgewichtssinn, werden in vielschichtigen und ganzheitlichen Spielformen oftmals gleichzeitig angeregt und gefördert. Zu dem üblichen Instrumenten werden Materialien, wie Reifen, Seile, Bälle, Bänder, Tücher aber auch Alltags- und Naturmaterialien, wie Büchsen, Steine, Pappröhren eingesetzt.

Sabine Hirler

Musik, Spiel und Tanz fördern alle Sinne der Kinder

Jeden Mittwochmorgen findet im Kindergarten der evangelischen Schule der Rhythmikunterricht statt. Er wird von einer Fachperson erteilt.

Hier einige Impressionen einer Lektion:

Bilderbuch von Martin Waddell und Barbara Firth: „GEHEN WIR HEIM KLEINER BÄR“*

anjali_3

Der grosse Bär und der kleine Bär stampfen durch den Wald und hören verschiedene Geräusche. Der kleine Bär hört im Wald Stampfmonster, Platschmonster, Knackmonster...

Die Kinder versuchen, mit passenden Instrumenten die Monster darzustellen.

Sie stampfen wie der grosse Bär, sie werden zu Eis und schmelzen dann wie die Platschmonster.

Bild von Eric
Bild von Till

Wie tönen Äste die knacken, Wasser das plätschert, Schnee der von den Bäumen fällt, der Bär der durch den Schnee stampft…?

Bild von Seada
Bild von Samira